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U 31 Das modernste nicht-nukleare U-Boot der Welt geht in die Erprobung


Kiel, 7. April 2003 - "The Boat is back again" titelte die New York Times als 1994 feststand, daß die Deutsche Marine ein revolutionäres U-Boot bekommen sollte die U-Boot-Klasse 212 A. Ein U-Boot, das die Bezeichnung "konventionell" nicht mehr verdient. "Nicht-nuklear" ist der passendere Begriff. Ein U-Boot, das weltweit Aufmerksamkeit erregt, zum ersten Mal ausgerüstet mit einem serienreifen außenluftunabhängigen Brennstoffzellen-Antrieb. Ein U-Boot, das unter normalen Einsatzbedingungen praktisch unentdeckt bleibt. Mit dieser U-Boot-Klasse führt die Deutsche Marine das U-Boot der Zukunft ein.

Die Taufe des ersten Bootes "U 31" am 20. März 2002 bei HDW in Kiel war ein Meilenstein auf dem Weg zur Indienststellung im März 2004. Begonnen hatte er am 6. Juli 1994 mit dem Bauvertrag über vier Boote zwischen dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und der ARGE U 212, die die Werften Howaldtswerke-Deutsche Werft AG in Kiel als Leitwerft und die Nordseewerke in Emden eigens für den Bau der Boote gebildet haben. Fertigungsbeginn des ersten Bootes war der 1. Juli 1998, und zum ersten Mal bekam es Ende April 2002 Wasser unter den Kiel. Danach begannen die umfangreichen Hafen- und See-Erprobungen.

Tatsächlich aber hatten Tests ab Januar 2002 längst begonnen. Die Anforderungen der deutschen Marine an Außenluftunabhängigkeit, extrem niedrige Signaturen und hochentwickelte Waffen- und Sensor-Systeme haben zu einem hohen Grad von Integration geführt. Die klassische Einteilung in Plattform und "payload" gilt nicht mehr vielmehr muß das System als Ganzes betrachtet werden. Dies gilt für die Werften ebenso wie für die Zulieferer. Und das bedeutet Prüfung auf Herz und Nieren.

Besondere Sorgfalt galt natürlich den neu entwickelten Komponenten für das Boot. Fragen über Fragen, die in diesem Zusammenhang auftraten, ließen sich zufriedenstellend nicht allein durch theoretische Überlegungen beantworten. So erlaubten zwei voll integrierte Landtest-Anlagen die Brennstoffzellen-Testanlage bei HDW in Kiel und das Command and Weapon Controll System CWCS schon praxisorientierte Antworten, bevor das Schiff überhaupt schwamm. Das sparte Zeit und damit Geld.

Am 20. April 2002 begann für das Jung-U-Boot der Ernst des Lebens. Das Schiff "ging zu Bach", und die praktische Erprobung begann in vollem Umfang. Schon seit Anfang 2002 noch unter Dach und Fach in der U-Boot-Halle von HDW hatte die Integration und Inbetriebnahme der einzelnen Anlagen begonnen. Das setzte sich nahtlos an der Pier von HDW fort. Dort sollte die Werft den "Funktionsnachweis Hafen" erbringen. Es ging darum, zu zeigen, daß alle Anlagen nicht nur einzeln für sich, sondern auch im Zusammenspiel klaglos funktionieren. Und natürlich mußten sie auch die strengen Prüfspezifikationen erfüllen.

Dies war Anfang 2003 beendet. Solange lag U 31 fest im Hafen. In dieser Zeit wurde auch die erste Besatzung 4 Wochen lang im Naval Training Centre von HDW und an Bord in das Schiff eingewiesen. Denn für die künftigen See-Erprobungen stellt die Deutsche Marine die Fahrmannschaft.


7. April 2003: Die See-Erprobungen beginnen

Ab 7. April 2003 wird U 31 von Kiel aus in der westlichen Ostsee die Flachwassererprobung durchführen. Auf dem Prüfstand stehen die gesamte Schiffstechnik und die Operation. An Bord werden neben der Besatzung nicht nur Mitarbeiter der Werften, sondern auch der Zulieferer und nicht zuletzt das Abnahmepersonal des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) sein. Es wird also eng im Boot.

Der zweite große Block ist die Tiefwassererprobung. Voraussichtlich Ende Juli 2003 verläßt U 31 zum ersten Mal die heimischen Gewässer mit Ziel Norwegen. Hauptstationen werden Kristiansand, Stavanger und Bergen sein. Dort wird die norwegische Marine mit ihren Einrichtungen den deutschen Kameraden Hilfestellung geben. Bei den Tieftaucherprobungen vorzugsweise im Skagerak stehen Akustik, Sonar und Feuerleitanlage (FüWES) auf dem Prüfstand. Und: Die ersten Übungs-Torpedos werden abgeschossen.

Mitte März 2004 kehrt das Boot nach Kiel zurück und es ist soweit: Alle Erprobungen sind abgeschlossen und U 31 geht noch einmal in die Werft. Dort werden die letzten Restarbeiten erledigt, letzte Fehler behoben, falls es welche geben sollte. Danach gibt HDW das Schiff endgültig aus der Hand, und die Deutsche Marine stellt U 31 in Dienst. Aus dem Täufling, den Patin Bärbel Kaempf nach guter Seefahrersitte am 20. März 2002 mit der Sektflasche getauft hat, ist dann ein erwachsenes Mitglied der Deutschen Marine geworden: Das modernste nicht-nukleare U-Boot der Welt.

(Pressemeldung der HDW Howaldtswerke-Deutsche Werft AG)

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